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Berlin: Wir werden uns nicht an der F-16-Koalition beteiligen

Während erwartet wird, dass der Zeitplan für die Ausbildung der ukrainischen Piloten auf den in den USA produzierten F-16-Kampfflugzeugen geklärt wird, bekräftigte Kiew erneut seine Forderung nach einer Aufnahme Deutschlands in die Kampfflugzeugkoalition.

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius, der am Parteitag der SPD in Niedersachsen teilnahm, sagte: „Wir sind nicht in der Koalition, weil wir keine F-16-Kampfflugzeuge haben.“

Minister Pistorius erklärte, dass die Bundeswehr, die Jets vom Typ Eurofighter und Tornado in ihrem Bestand habe, Experte für Panzertransporte und Panzertechnik sei, und erwähnte, dass auch die Luftverteidigung wertvoll sei.


Boris Pistorius Foto: Britta Pedersen/dpa/picture Alliance

Kiews Beharren darauf, dass „Deutschland auch in der Koalition sein sollte“

Zuvor hatte das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einer Erklärung betont, dass „Deutschland den Wunsch hat, in der Koalition zu sein, auch wenn Berlin nicht über diese Jets verfügt“. Der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Andrij Jermak, erinnerte daran, dass einige Länder beschlossen hätten, Kampfflugzeuge an die Ukraine zu liefern, und dass es sich bei den fraglichen Flugzeugen nicht nur um F-16 handele, und sagte: „Es wäre für uns sehr erfreulich, wenn Deutschland dieser Koalition beitreten würde.“ Die niederländisch-dänische Koalition wird auch von Washington unterstützt.

Yermak äußerte die Hoffnung, dass die Ausbildung der ukrainischen Piloten so bald wie möglich beginnen werde, und fügte hinzu, dass er auf die Auslieferung der ersten Kampfflugzeuge hoffe, sobald der Ausbildungsprozess abgeschlossen sei. Viele europäische Länder gaben im vergangenen Mai bekannt, dass sie bereit seien, ukrainische Piloten auf F-16-Kampfflugzeugen auszubilden, die von NATO-Mitgliedern häufig eingesetzt werden. Über die Lieferung von Kampfflugzeugen wurde noch keine Entscheidung getroffen.


Andriy YermakFoto: Ruslan Kaniuka/Ukrinform/ABACA/picture Alliance

Auch der ehemalige ukrainische Botschafter in Berlin, Andriy Melnik, bekräftigte seine Forderung nach der Entsendung deutscher Eurofighter-Flugzeuge in die Ukraine. Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) argumentierte Melnik, dass die Wagner-Krise zeitlich gesehen eine noch kritischere Chance geschaffen habe.

Scholz gibt nicht nach

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz steht in der Kritik, seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine keine großzügige Waffenlieferung nach Kiew geleistet zu haben. Scholz, der trotz harscher Kritik keinen Rückzieher machte, sagte am Donnerstag, Berlin werde sich bei der Waffenlieferung nach Kiew weiterhin auf Flugabwehrsysteme, gepanzerte Kampffahrzeuge, Artilleriesysteme und notwendige Munition konzentrieren. Scholz erklärte, Deutschland habe damit das nötigste militärische Material für den laufenden Offensiveinsatz der ukrainischen Armee bereitgestellt.

dpa / SO,ET

DW

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