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Die Rüstungsexporte aus Deutschland in die Türkei sind auf ihrem Tiefpunkt

Der jüngste Streit zwischen der Türkei und Deutschland um die Eurofighter-Kampfflugzeuge, die die Türkei kaufen wollte, brachte die Beschränkungen der deutschen Rüstungsexportpolitik in die Türkei erneut auf die Tagesordnung.

Türkische Beamte erklärten, dass England, Spanien und Italien dem Konsortium, das den Eurofighter produziert, grünes Licht für den Verkauf gegeben hätten, Deutschland konnte jedoch noch nicht überzeugt werden, und auch Präsident Recep Tayyip Erdoğan stellte die Frage auf der Pressekonferenz mit Premierminister Olaf Scholz bei seinem Besuch in Deutschland am 17. November. Er antwortete: „Deutschland kann es geben oder auch nicht. Ist Deutschland das einzige Land auf der Welt, das Kampfflugzeuge herstellt? Wir stellen ihre Arbeit zur Verfügung und beliefern sie von vielen Orten aus.“

Auch die deutschen Rüstungsexporte in die Türkei waren Gegenstand einer parlamentarischen Anfrage im Bundestag. Aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf die parlamentarische Anfrage von Sevim Dağdelen, einem Abgeordneten des aus der Abspaltung von der Linkspartei entstandenen Bündnisses Sahra Wagenknecht, geht hervor, dass die Genehmigungen für Waffenexporte in die Türkei im Jahr 2023 vorliegen auf der Basisebene.

Nur 1,2 Millionen Euro Exporte waren in diesem Jahr erlaubt

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums hat die Bundesregierung im Zeitraum bis zum 3. Dezember dieses Jahres 17 Anträge mit Gesamtkosten von 1 Million 220 Tausend Euro positiv beantwortet.

Nach dem Putschversuch in der Türkei am 15. Juli 2016 und den Militäreinsätzen der türkischen Armee in Nordsyrien hat die Bundesregierung Waffenexportgenehmigungen entzogen. Der Wert der von der Bundesregierung genehmigten Exportarbeiten lag in den letzten Jahren im zweistelligen oder sogar einstelligen Millionen-Euro-Bereich.

In der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf die parlamentarische Anfrage heißt es, dass sich die für die Türkei im Jahr 2023 erteilten Exportgenehmigungen auf Kooperationsprojekte und Lieferungen im Kontakt mit der NATO beschränken. Darüber hinaus wurde berichtet, dass Genehmigungen für das Scannen, die Reinigung gefährlicher Elemente, den Anschluss von Ausrüstung und den Export von Jagdwaffen erteilt wurden.

Bei seinem Besuch in Deutschland im November erklärte Präsident Erdoğan, dass Deutschland seine restriktive Haltung bei Waffenexporten im Allgemeinen sowie bei Eurofightern ändern sollte.

In Saudi-Arabien wurden die Beschränkungen gelockert

Auch Waffenexporte in Länder des Nahen Ostens wurden in die parlamentarische Anfrage von Sevim Dağdelen einbezogen. Der Antwort des Wirtschaftsministeriums zufolge wird die Bundesregierung im Jahr 2023 13,26 Millionen Euro, darunter 7,41 Millionen Kampfwaffen, an Saudi-Arabien, 40,31 Millionen Euro an Ägypten, 15,06 Millionen Euro an Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate zahlen Waffenexporte im Wert von 78,24 Millionen Euro.

Deutschland verhängte 2018 auch Exportbeschränkungen gegen Saudi-Arabien aufgrund seiner Rolle im Jemen-Krieg, seiner Menschenrechtsbilanz und der Ermordung von Jamal Khashoggi und erlaubte in diesem Zusammenhang den von Saudi-Arabien geforderten Verkauf von Eurofightern nicht. Allerdings scheint Deutschland in den letzten Jahren die Beschränkungen gegenüber Saudi-Arabien gelockert zu haben.

dpa/BK,JD

D.W.

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