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Migration: Deutschland strebt eine engere Zusammenarbeit mit der Türkei an

Die deutsche Innenministerin Nancy Faeser von der SPD kündigte an, im Kampf gegen unsystematische Migration seien systematische Kontrollen an festen Punkten in den Grenzgebieten geplant. Welt am Sonntag Im Gespräch mit der Zeitung kündigte Minister Faeser an, dass an den Grenzen Polen-Deutschland und Tschechien-Deutschland systematische Kontrollen durchgeführt werden. Er wies auch darauf hin, dass die Schweizer Polizei und die deutsche Bundespolizei gemeinsame Kontrollen auf der Schweizer Seite der Grenze durchführen und so unsystematische Migration verhindern könnten. Minister Faeser erklärte außerdem, dass sowohl regelmäßige als auch plötzliche Kontrollen im Kampf gegen illegale Einwanderung wirksam seien.

Auch die größte Oppositionspartei Christliche Union (CDU/CSU) fordert systematische Kontrollen an der österreichisch-deutschen Grenze.

Innenminister Faeser lehnte bislang systematische Kontrollen an festen Punkten ab und argumentierte, dass plötzliche Kontrollen durch die Polizei ohne konkreten Verdacht wirksamer seien. In den letzten Wochen ist der Druck auf den Minister durch die rasante Zunahme unsystematischer Einreisen vor allem aus dem Osten Deutschlands gestiegen.


Es wird berichtet, dass der unsystematische Zuwanderungszustrom aus dem Osten Deutschlands in den letzten Monaten auf ein Rekordniveau gestiegen ist. Foto: Lisi Niesner/REUTERS

„Grenzkontrollen verhindern unsystematische Migration nicht vollständig“

Auch Bundesinnenminister Faeser wies darauf hin, dass durch regelmäßige Kontrollen an festen Grenzpunkten die unsystematische Migration nach Deutschland nicht gänzlich verhindert werden könne.

Der Innenminister erklärte, dass eine engere Zusammenarbeit mit der Türkei in der Frage der unsystematischen Migration erforderlich sei. Minister Faeser erklärte, dass das aktuelle Migrationsabkommen mit der Türkei aktualisiert werden sollte und fügte hinzu: „Das derzeit gültige Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei funktioniert nicht ordnungsgemäß.“

Auch der Migrationsexperte Gerald Knaus, der als Architekt des betreffenden Abkommens aus dem Jahr 2016 gilt, fordert, dass mit Ankara ein neues Einwanderungsabkommen geschlossen werden sollte. Die im Jahr 2016 erzielte Einigung ermöglicht es grundsätzlich, Einwanderer, die auf unsystematischem Wege aus der Türkei nach Griechenland kommen, in die Türkei zurückzuschicken. Für dieses Abkommen wurden der Türkei 6 Milliarden Euro Unterstützung zugesagt.

Aufnahme von Asylbewerbern in Deutschland

Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beantragten 204.000 Einwanderer, die zwischen Januar und August ins Land kamen, Asyl. Dies bedeutet eine Steigerung von 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Syrien, Afghanistan und die Türkei gehören zu den Ländern mit den meisten Asylanträgen.

Auf monatlicher Basis stiegen die Asylanträge aus der Türkei im Juli und August auf ein Rekordniveau und ließen Afghanistan hinter sich. Die Türkei wurde in diesen Monaten nach Syrien zum zweitgrößten Land mit der höchsten Zahl an Asylbewerbern.

KNA/Reuters, ETO, JD

D.W.

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