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Russland weist zwei deutsche Diplomaten aus

Nach der Ermordung eines tschetschenischen Kommandanten in Berlin im Jahr 2019 wächst die zwischen Deutschland und Russland begonnene diplomatische Krise. Als Reaktion auf die Abschiebung zweier russischer Diplomaten durch Deutschland in der vergangenen Woche hat Moskau auch zwei deutsche Diplomaten zur Persona non grata erklärt. „Die russische Seite weist die grundlosen und unrealistischen Anschuldigungen, dass die russischen staatlichen Strukturen an diesem Mord beteiligt waren, kategorisch zurück“, sagte das russische Außenministerium in einer Erklärung.

Selimhan Hangosvili, ein georgischer Staatsbürger tschetschenischer Herkunft, wurde am 23. August 2019 im Berliner Kleinen Tiergarten erschossen. Der Oberste Gerichtshof Berlins hat in seinem Urteil vom 15. Dezember den Russen Wadim Krasikow, der das Attentat verübt hatte, zu lebenslanger Haft verurteilt. Er verwendete das Wort „Staatsterrorismus“ in der Gerichtsentscheidung, die zu dem Schluss kam, dass der Mord auf Anweisung der russischen Behörden begangen wurde.

In seiner Entscheidung stellte das Gericht fest, Hangoschwili habe im Zweiten Tschetschenienkrieg 2000-2004 als Zugführer gegen Russland gekämpft und sei deshalb von den russischen Sicherheitsdiensten als Staatsfeind und „Terrorist“ eingestuft worden.

Nach Bekanntgabe der Entscheidung erließ die Bundesregierung eine extraterritoriale Entscheidung über die beiden russischen Diplomaten, und die Entscheidung wurde dem russischen Botschafter in Berlin mitgeteilt, der ins Auswärtige Amt einbestellt wurde.

Deutsches Auswärtiges Amt

Antwort aus Berlin

Die Reaktion des Auswärtigen Amtes auf Moskaus Schritt ließ nicht lange auf sich warten. „Die heutige Entscheidung des Außenministeriums der Russischen Föderation belastet die Beziehungen erneut“, sagte das Ministerium in einer Erklärung. „Dieser Schritt ist nicht überraschend, aber für die Bundesregierung völlig unbegründet“, heißt es in der Mitteilung. Die Bundesregierung bemühe sich um einen Austausch mit Russland im Rahmen des Völkerrechts und des gegenseitigen Respekts, hieß es. Es wurde betont, dass die Grenzüberschreitungsentscheidung zweier russischer Diplomaten Deutschlands eine angemessene Reaktion auf die Feststellung des Gerichts sei, und es wurde festgestellt, dass die Souveränität der Bundesrepublik Deutschland schwer verletzt sei.

AFP, dpa/EC, JD

©Deutsche Welle Englisch

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