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Wen wählen die türkischstämmigen Menschen und wie viele türkischstämmige Kandidaten gibt es?

Die Zahl der Wähler bei den Bundestagswahlen am 26. September in Deutschland mit einer Bevölkerung von 83 Millionen beträgt 60 Millionen 400 Tausend. Im Vergleich zu den vorangegangenen Wahlen fällt der Rückgang der Wählerzahlen auf. Im Jahr 2017 betrug die Zahl der Wähler bei den Parlamentswahlen 61 Millionen 700 Tausend.

Von den 60 Millionen 400.000 Wählern, die am kommenden Sonntag ihre Stimme abgeben, sind 30 Millionen 100.000 Frauen und 29 Millionen 200.000 Männer. Die Zahl der Wähler, die zum ersten Mal wählen werden, beträgt 2 Millionen 800 Tausend.

Während die Gesamtzahl der Wähler in den letzten Jahren zurückgegangen ist, nimmt der Anteil derjenigen mit Migrationshintergrund in der Mitte der Wählerschaft zu. Die Zahl der Einwanderer, die bei diesen Wahlen wahlberechtigt sind, beträgt 7 Millionen 400 Tausend, was 12 Prozent der Gesamtzahl entspricht. Diese Quote lag bei den Wahlen 2017 bei 10,2 Prozent und 2013 bei 9 Prozent.

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900.000 Wähler türkischer Herkunft

Verschiedenen Quellen zufolge gibt es etwa 900.000 türkischstämmige Wähler, die bei den Wahlen in Deutschland wahlberechtigt sind. Diese Wahlkreise sind sozial, kulturell und religiös vielfältig und heterogen wie die deutsche Gesellschaft.

Bei den Bundestagswahlen in Deutschland gibt der Wähler zwei Stimmen ab. Sie wählt mit ihrer Erststimme direkt einen Kandidaten im eigenen Wahlkreis und gibt die Zweitstimme an eine Partei oder Formation, die das Wahlrecht errungen hat. Daher kann sie mit zwei Stimmen dieselbe oder unterschiedliche Parteien unterstützen.

Laut einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen und der Universität zu Köln, die als die detaillierteste jemals durchgeführte Untersuchung auf diesem Gebiet gilt, wählten bei der Bundestagswahl 2017 35 Prozent der türkischstämmigen Wähler wählte ihre Partei aus der Sozialdemokratischen Partei (SPD). Es folgt die Christliche Union, die sich aus dem Bündnis Christlich Demokratische Union (CDU) und Christlich Soziale Union (CSU) mit 20 Prozent zusammensetzt. Während die Linkspartei mit 16 Prozent auf dem dritten Platz landete, belegten die Grünen mit 13 Prozent den vierten Platz. Die Freie Demokratische Partei (FDP) hingegen wurde von türkischstämmigen Wählern mit 4 Prozent am wenigsten bevorzugt.

Es wurde beobachtet, dass die Parteipräferenzen der türkischstämmigen Wähler, die sich als Aleviten oder Kurden ausgaben, vom allgemeinen Bild abwichen. Demnach sind die Parteien, die türkischstämmige alevitische Wähler nach eigenen Angaben am meisten bevorzugen, die SPD mit 41 Prozent, die Linkspartei mit 22 Prozent, die Grünen mit 20 Prozent, die CDU mit 13 Prozent und die FDP mit 1 Prozent.

Bei der Präferenz türkischstämmiger Wähler, die sich als Kurden bezeichneten, lag die Linkspartei mit 37 Prozent auf Platz eins, das Bündnis Christliche Einheit mit 30 Prozent auf Platz zwei, die SPD mit 9 Prozent auf Platz drei, die Grünen auf Platz vier mit 7 Prozent und die FDP mit 3 Prozent an fünfter Stelle.

Serap Güler ist einer der engsten Namen von Laschet, dem Premierministerkandidaten der Christlichen Union.

Erdogan wurde mit einer Punktzahl von -2,5 negativ bewertet

Auch die Bewertung türkischstämmiger Wähler, die deutsche oder doppelte Staatsbürger sind, gegenüber dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan fiel im Vergleich zu dem Ergebnis der betreffenden Recherche negativ aus. „Wie bewerten Sie Erdogan auf einer Skala zwischen -5 und +5?“ Der Durchschnitt der Antworten auf die Frage blieb mit -2,5 negativ. An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Präferenzen von deutschen Staatsbürgern bzw. Doppelstaatsbürgern, die zur Wahl in Deutschland zur Wahl gegangen seien, und türkischen Staatsbürgern bzw. Doppelstaatsbürgern, die in Deutschland zur Wahl in der Türkei gewählt hätten, unterschiedlich seien. Bei den Präsidentschaftswahlen 2018 lag die Stimmenquote von Präsident Recep Tayyip Erdoğan aus Deutschland bei 64,8 Prozent.

In der Tabelle, die nach den Parlamentswahlen 2017 durch persönliche Befragungen in ihren Wohnungen entstanden ist, tauchten auch Informationen über die Wahlbeteiligung türkischstämmiger Personen auf. Während die Wahlbeteiligung deutscher Wähler demnach bei 76,2 Prozent lag, blieb sie bei türkischstämmigen Wählern bei 64 Prozent.

Wie viele türkischstämmige Kandidaten aus deutschen Parteien gibt es?

Derzeit gibt es im Deutschen Bundestag 709 Abgeordnete. Die Zahl derer, die eine Migrationsgeschichte in der eigenen oder familiären Vergangenheit haben, liegt bei 58. Sechs Parteien und Bündnisse sind bei der Wahl am Sonntag noch im Parlament und sollen die 5-Prozent-Hürde überschreiten und einziehen das Parlament wieder. Das sind die SPD, das Bündnis Christliche Einheit, die Grünen, die Linkspartei, die FDP und die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD).

Die Partei mit den meisten Abgeordneten mit Migrationshintergrund im aktuellen Bundestag ist laut Mediendienst Integration mit 18,8 Prozent die Partei mit den meisten Abgeordneten mit Migrationshintergrund. Es folgen die Grünen mit 14,9 Prozent und die SPD mit 9,8 Prozent. Die Quote der Anwälte mit Migrationshintergrund liegt bei der AfD bei 8,7 Prozent, bei der FDP bei 6,3 Prozent und bei CDU und CSU bei 2,9 Prozent.

Bei diesen Wahlen sind die meisten türkischstämmigen Kandidaten Sozialdemokraten.

Die Sozialdemokraten, die in den Meinungsumfragen der letzten Wochen als Spitzenreiter hervorgingen, wurden die Partei, die bei den Wahlen am 26. September die Chance hatte, gewählt zu werden, und stellten die meisten türkischstämmigen Parlamentskandidaten aus den Spitzenrängen. 14 türkischstämmige SPD-Kandidaten, darunter Ex-Ministerin Aydan Özoğuz, treten am Sonntag gegen ihre Rivalen an.

Auf die Sozialdemokraten folgt die Linkspartei mit 12 türkischstämmigen Kandidaten. Die Grünen, die relativ viele Abgeordnete mit Migrationshintergrund haben, haben nur 5 Kandidaten aus der Türkei, und unter diesen Kandidaten ist Cem Özdemir, einer der Schwergewichte der Grünen, der zuvor auch Co-Vorsitzender der Partei war.

Der große Partner der in 15 der 16 deutschen Bundesländer organisierten Christlichen Union und CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt mit drei türkischstämmigen Abgeordneten hinterher. In der Mitte dieser drei Kandidaten steht Serap Güler, Staatssekretär für Harmonie des Landes Nordrhein-Westfalen, wo noch immer stark türkischstämmige Menschen leben. Serap Güler ist als einer der engsten Namen von Armin Laschet, dem Ministerpräsidentenkandidaten der Christlichen Union, bekannt. Die CSU, die Schwesterpartei des nur in Bayern organisierten Bündnisses Christliche Union, hat keine türkischstämmigen Kandidaten.

Die Freien Demokraten und die AfD haben dagegen einen türkischstämmigen Kandidaten.

Deutsch-Türkische Gemeinde: Unzureichende Anzahl von Kandidaten

Im Vergleich zur Deutsch-Türkischen Gemeinde (TGD), die die Programme der Parteien vor den Wahlen in Deutschland vor allem auf die Themen Einwanderung, Harmonie und Chancengleichheit unter die Lupe genommen hat, steigt die Zahl der Kandidaten mit Migrationshintergrund und türkischer Herkunft aber immer noch an Sehr wenig.

TGD-Co-Leiter Gökay Sofuoğlu

TGD-Co-Leiter Gökay Sofuoğlu kritisiert: „Wenn man bedenkt, dass etwa 25 Prozent der Gesellschaft einen Migrationshintergrund haben, bleibt die aktuelle Zahl der Kandidaten mit Migrationshintergrund weit hinter der gesellschaftlichen Realität zurück.“ Die Gründe dafür sind laut Sofuoğlu sehr richtungsweisend. Zunächst einmal ist die Zahl aktiver Zuwanderer in den Parteien generell gering. Zweitens bemühen sich die politischen Parteien nicht ausreichend um die Nominierung von Einwanderern. Drittens gibt es das Vorurteil, dass Einwanderer weniger wahrscheinlich gewählt werden. Und viertens, weil Kandidaten mit Migrationshintergrund oft nur in der Eintrachtpolitik berücksichtigt werden, zählt die Zahl für diese genannte Belastung.

Sofuoğlu sieht die Sichtbarkeit von Einwanderern in der Politik nicht nur bei der Parlamentskandidatur, sondern auch in den Verwaltungsteams der Parteien und in der öffentlichen Verwaltung als generelles Problem an. Auch bei der Überprüfung von Bund, Ländern und Kommunen seien seiner Meinung nach weniger Migranten in Entscheidungsträgern als in der Gesellschaft. Sofuoğlu, der argumentiert, dass das Land Baden-Württemberg die Klischees in dieser Hinsicht überwunden habe, weist darauf hin, dass sowohl der Vorsitzende des Landtags als auch das Finanzministerium, das das wertvollste Ministerium ist, in den Händen von Politikern türkischer Herkunft seien.

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