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Abschied von Merkel von der EU-Spitze

Angela Merkel, die in ihren 16 Jahren als Bundeskanzlerin am Gipfel von 106 Präsidenten der Europäischen Union (EU) teilnahm, wurde mit herzlichen Worten von ihrem letzten Hügel verabschiedet.

Nach der 20-minütigen Pressekonferenz am Ende des Gipfels blickte sein Sprecher Steffen Seibert an: „Es ist vorbei, oder?“ Mit einem „Ja“ und einem anschließenden „Gutes Wochenende euch allen“ wie bei einem gewöhnlichen Treffen verließ Merkel den Saal erwartungsgemäß schlicht.

Mit einer kleinen Feierstunde und lobenden Worten verabschiedeten sich ihre Kollegen in der EU von Merkel. EU-Ratschef Charles Michel sagte, Merkels Bedeutung für die EU sei nicht in Worte zu fassen und sagte: „Ein EU-Rat ohne Zentrum ist wie ein Rom ohne Vatikan, ein Paris ohne Eiffelturm. Sie sind ein Denkmal.“

Als Abschiedsgeschenk erhielt Merkel eine kleine Statue des EU-Ratsgebäudes, in dem seit 2017 die Staats- und Regierungschefs der EU festgehalten werden.

Der ehemalige US-Chef Barack Obama hat Merkel nicht vergessen. Obama schickte zu ihrer Abschiedsveranstaltung eine Sammlung von Bildern von Merkels schönsten Bildern der letzten 16 Jahre und lobte Merkels „Humor, klugen Pragmatismus und unfehlbaren moralischen Kompass“.

Angela Merkel verlässt als Bundeskanzlerin den EU-Gipfel, an dem sie zum 107. und letzten Mal teilnahm.

„Merkel die Verhandlungsmaschine“

Der luxemburgische Bundeskanzler Xavier Bettel hingegen fasste Merkels jahrelange Versöhnungsbemühungen in allen Fragen zusammen und bezeichnete die deutsche Bundeskanzlerin als „Versöhnungsmaschine“.

Merkel trat 2005 hervor, indem sie in der Krise um den EU-Finanzplan, die 2005 zwischen dem französischen Präsidenten Jacques Chriac und dem britischen Premierminister Tony Blair ausbrach, erfolgreich vermittelte. Er trat auch mit seiner Vermittlerrolle und seiner versöhnlichen Haltung hervor in der Flüchtlingskrise und der darauf folgenden Brexit- und Corona-Krise.

Die offensichtlichste Kritik an Merkel ist, dass sie nicht visionär genug sei. Kritiker von Merkel weisen darauf hin, dass Deutschland zwar 16 Jahre lang das bevölkerungs- und wirtschaftsstärkste Land regiert, aber keine Vision für das Europa der Zukunft geschaffen hat. Ein weiterer häufig erhobener Vorwurf lautet, dass Merkel an der Entwicklung autoritärer Tendenzen in Ländern wie Polen und Ungarn beteiligt sei, weil sie keine roten Linien ziehen wolle.

dpa / UK,ET

© Deutsche Welle Englisch

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