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Dänemark will ein Gefängnis im Kosovo pachten

Die dänische Regierung plant, Räumlichkeiten anzumieten und 300 Häftlinge aus ihren eigenen Gefängnissen in kosovarische Gefängnisse zu überführen. Der dänische Justizminister Nick Hækkerup kündigte nach einem gestrigen Treffen mit Vertretern anderer Parteien des Landes an, in dieser Frage eine Einigung mit dem Kosovo zu erzielen. Es wurde erklärt, dass für die zu mietenden Stationen im Kosovo die Bedingungen in Dänemark gelten.

Die dänische Regierung plant außerdem, die Kapazität der Gefängnisse in ihrem Land bis 2025 um weitere tausend zu erhöhen.

Dänemark soll Asylsuchende, die auf die Abschiebung warten, zunächst in das angemietete Gefängnis im Kosovo schicken. Die dänische Nachrichtenagentur Ritzau berichtete, Justizminister Hækkerup sei zuversichtlich, dass das fragliche Abkommen vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nicht als Rechtsverletzung angesehen werde. Der Plan soll Mitte 2022-2025 umgesetzt werden.

Norwegen unterzeichnete 2015 ein ähnliches Abkommen mit den Niederlanden, und die Gefängniskooperation zwischen den beiden Ländern wurde 2018 beendet.

Dänemarks Flüchtlingspolitik wird härter

Das Gefängnismietprogramm im Kosovo gilt für Personen, deren Abschiebung angeordnet wurde, die jedoch aufgrund der Situation in ihrem Herkunftsland nicht zurückgeschickt werden können. Als Beispiel wird Syrien genannt.

Dänemark ist das erste europäische Land, das Asylsuchenden aus Syrien den Aufenthalt verweigert. Da er aber keine diplomatischen Kontakte nach Damaskus hat, kann er nicht direkt dorthin abgeschoben werden.

Dänemark hat im vergangenen Sommer ein Gesetz im Parlament verabschiedet, das es ermöglicht, Einzelpersonen aus der EU zu vertreiben, ohne dass sie einen Asylantrag stellen können. Jyllands Posten Die Zeitung behauptete, dass die Kopenhagener Regierung nach Drittländern suche, um diese gesetzliche Regelung umzusetzen, und bisher mit Ländern wie Ruanda, Tunesien, Äthiopien und Ägypten verhandelt habe. Es wird auch festgestellt, dass der Person, die in ein Drittland geschickt und bezahlt wurde, während sie politisches Asyl in Dänemark suchte, die Einreise in das Land nicht garantiert ist. In diesem Fall ist es sogar möglich, dass die betreffende Person in ein Flüchtlingslager der Vereinten Nationen geschickt wird.

Dänemark hat seine Flüchtlingspolitik in den letzten Jahren verschärft und ist nicht bereit, weitere Flüchtlinge aufzunehmen.

dpa/ ETO,HS

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