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Die EZB erhöhte die Leitzinsen auf Rekordniveau

Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte die Leitzinsen erneut um 25 Punkte. Dadurch erhöhte sich der Refinanzierungszins auf 4,50 Prozent und der Einlagenzins auf 4 Prozent.

Mit dieser Entscheidung hat die EZB mit Sitz in Frankfurt, Deutschland, trotz der zyklischen Ruhe in der Eurozone die politischen Zinssätze zum zehnten Mal in Folge seit Juli 2022 erhöht. Der Refinanzierungszins, das sind die Zinsen für Kredite, die Banken von der EZB aufnehmen, ist erstmals seit August 2001 auf 4,50 Prozent gestiegen. Der Zinssatz von 4 Prozent für Bankeinlagen bei der EZB war der höchste Zinssatz seit Einführung des Euro im Jahr 1999.

Mit dieser Entscheidung wächst die Hoffnung auf mehr Zinsen für diejenigen, die ihre Ersparnisse bei Banken anlegen. Andererseits dürften die Zinsen für Kredite steigen.

Ist der Höhepunkt des Interesses erreicht?

Nachdem die EZB die Leitzinsen erneut um 25 Prozentpunkte angehoben hat, dürfte dies laut Experten voraussichtlich die Obergrenze sein und von nun an keine Entscheidung über eine Zinserhöhung getroffen werden. In der Stellungnahme der EZB heißt es: „Angesichts der aktuellen Bewertungen ist die Europäische Zentralbank der Ansicht, dass die Leitzinsen ein Niveau erreicht haben, das einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der Inflation auf die angestrebten Werte leisten wird.“ in naher Zukunft, wenn sie längere Zeit auf diesem Niveau bleiben.“

Die EZB prognostiziert, dass die Inflationsrate mittelfristig auf 2 Prozent sinken wird, und gibt an, dass auf diesem Niveau Preisstabilität erreicht werden kann. Von diesem Ziel sind die neuen Inflationsdaten in der Eurozone jedoch weit entfernt. In den 20 Euro-Ländern kam es zu keiner nennenswerten Verlangsamung des Preisanstiegs, zuletzt im August. Nach ersten Annahmen des Europäischen Statistikamtes (Eurostat) wird die jährliche Inflationsrate in der Eurozone für August 2023 mit 5,3 Prozent angekündigt.


Marcel FratzscherFoto: Bernd von Jutrczenka/dpa/picture Alliance

Die Inflationsforderung der EZB zum Jahresende liegt bei 5,6 Prozent

Die Europäische Zentralbank, die im Juli eine Inflationsrate von 5,4 Prozent für das Jahresende vorhergesagt hatte, revidierte diese Annahme und teilte der Öffentlichkeit ihre Prognose mit, dass die Inflation am Jahresende 5,6 Prozent betragen würde. Den aktuellen Angaben der EZB zufolge soll die Inflation im Jahr 2024 bei 3,2 Prozent und im Jahr 2025 bei 2,1 Prozent liegen und das angestrebte Preisstabilitätsziel von 2 Prozent nahezu erreicht werden.

Die EZB gab auch ihre Behauptungen zum Wirtschaftswachstum in der Eurozone bekannt. Demnach wird zum Jahresende mit einem Wachstum von 0,7 Prozent gerechnet. Es wird davon ausgegangen, dass diese Zahl bis Ende 2024 bei 1 Prozent liegen wird. Die negativen Auswirkungen der hohen Inflation auf den privaten Konsum werden von Experten als eine der größten Bremsen für das Wirtschaftswachstum bezeichnet.

Verschiedene Kommentare von Experten

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), bewertete die Entscheidung der EZB, die Leitzinsen zu erhöhen: „Die Europäische Zentralbank ist mit der Erhöhung der Zinssätze erneut ein großes Risiko eingegangen. Mit dieser Entscheidung könnte der Rückgang der Inflation der Auslöser gewesen sein.“ (…) Mit dieser Entscheidung möchte das EZB-Direktorium seine Entschlossenheit unter Beweis stellen und seine eigene Glaubwürdigkeit stärken. Das ist verständlich, aber zugleich auch riskant. „


Jörg KrämerFoto: DW/D. Kyranoudi

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, einer der größten deutschen Banken, zeigte sich im Gegensatz zu Fratzscher mit der Entscheidung der EZB zufrieden. „Glücklicherweise hat die EZB beschlossen, die Zinsen erneut zu erhöhen. Dafür gebührt Lob. Es ist jedoch fraglich, ob die politischen Zinsen hoch genug sind, um das tief verwurzelte Inflationsproblem zu lösen. Es werden wahrscheinlich weitere Schritte erforderlich sein.“ „Na ja“, sagte Krämer und fügte hinzu, dass die Inflation in den kommenden Jahren um 100 Prozent steigen werde. Er äußerte seine Prognose, dass der Trend deutlich über 2 liegen werde.

dpa, Reuters/ET, Großbritannien

D.W.

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