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Erstmals Inzidenz über 300 in Deutschland

In Deutschland, das mit der vierten Welle der Coronavirus-Pandemie konfrontiert ist, hat der Inzidenzwert, der die Anzahl neuer Vorfälle pro 100.000 Menschen in sieben Tagen angibt, 300 überschritten. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI), der mit der Epidemie betrauten Organisation, wurden die Inzidenzkosten in Deutschland mit 303 ermittelt. Während der Wert des Wortes am Vortag noch bei 289 lag, lag er vor einer Woche noch bei 201,1. Darüber hinaus betrug nach Angaben des RKI die Zahl der innerhalb von 24 Stunden erfassten neuen Vorfälle 23.607 und die Zahl der Menschen, die aufgrund der durch das Coronavirus verursachten Covid-19-Erkrankung ums Leben kamen, 43. Am vergangenen Donnerstag überstieg die Zahl der neuen Vorfälle in Deutschland 50.000 und brach damit einen Rekord.

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte in einer Erklärung im Video-Podcast vom Wochenende, dass Deutschland „sehr schwierige Tage vor sich hat“ und forderte alle auf, sich impfen zu lassen. Auch die in Koalitionsverhandlungen für eine neue Regierungsbildung in Deutschland stehende Sozialdemokratische Partei (SPD), die Grünen und die Freie Demokratische Partei (FDP) haben sich Berichten zufolge auf eine Verschärfung des bisherigen Staatsschutzes geeinigt aus der Infektionsklausel angesichts der rasant steigenden Zahl von Coronavirus-Fällen. SPD-Vize-Bundesvorsitzende Saskia Esken erklärte in ihrem Statement in der ARD, dass der Vorschlag zur Einführung einer „Impfpflicht in diesen Branchen“ ebenso hervorgehoben werde wie regelmäßige Tests von Beschäftigten in Pflegeheimen und Schulen.

Einschränkungen auf der Tagesordnung für Ungeimpfte

Grünen-Co-Fraktionsvorsitzender Robert Habeck und FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner sagten, die Zunahme der Vorfälle erfordere neue Schritte. Mit der Begründung, dass Einschränkungen für Ungeimpfte in den Vordergrund rücken könnten, sagte Habeck in einer Stellungnahme gegenüber der Funke Mediengruppe, dass „aufgrund der Dramatik der Lage eine territoriale Kontaktbeschränkung für Ungeimpfte notwendig sein kann“. Habeck führte aus, dass mit der Ausnahmeregelung für Kinder zwischen gesetzlich Geimpften und Nicht-Geimpften unterschieden werden könne.

Zukünftige Koalitionspartner schätzen auch den Vorschlag, 3G, bekannt als 3G, „die Anforderung, sich impfen zu lassen, die Krankheit zu haben und negativ zu testen“, an allen Arbeitsplätzen in ganz Deutschland anzuwenden, um den Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen einzudämmen. Neben der Verpflichtung für Arbeitsplätze, bei denen von zu Hause aus gearbeitet werden kann, werden Maßnahmen ergriffen, um 3G-Bedingungen bei Zugreisen zu erreichen.

Ausgangssperre für Ungeimpfte in Österreich

In Deutschlands Nachbarland Österreich hingegen trat um Mitternacht die Ausgangssperre für Ungeimpfte in Kraft. Personen, die nicht geimpft wurden oder die Krankheit in den letzten 180 Tagen nicht hatten, dürfen ihre Wohnung nicht verlassen, um zum Markt oder zum Arzt zu gehen, außer unter zwingenden Umständen. Da der Covid-19-Impfstoff in Österreich nicht an Personen unter 12 Jahren verabreicht werden darf, umfasst der Beschränkungsbeschluss Personen dieser Altersgruppe nicht. Die Entscheidung zur Schließung wird fast 2 Millionen Menschen in dem Land mit 8,9 Millionen Einwohnern betreffen. Der Antrag bleibt in der ersten Phase für 10 Tage bestehen.

dpa/BO,AU

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