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Flüchtlingsvorwurf aus Österreich und Zypern an die Türkei

Nach ihrem heutigen Treffen mit dem zypriotischen Außenminister Nikos Christodoulides in Nikosia beschuldigte Österreichs EU-Ministerin Karoline Edtstadler die Türkei, den Flüchtlingsstrom als Druckmittel gegen die EU einzusetzen. Edtstadler, der die EU davor warnte, ein anderes Land erpressen zu lassen, sagte: „Niemand kann die EU erpressen. Weder die Türkei noch Weißrussland noch irgendein anderes Land der Welt.“

Auch Länder an den äußersten Enden der EU, wie etwa Zypern, dürfe Edstadler gegenüber einem neuen Zuzug von Einwanderern nicht ihrem Schicksal überlassen werden.

Edtstadler argumentierte, dass es notwendig sei, den Zustrom an der Quelle zu bewältigen, also in den Herkunfts- und Transitländern der Migranten, und forderte die EU auf, gemeinsam zu handeln. Mit der Feststellung, dass Österreich durch die Aufnahme von mehr als 120.000 Einwanderern seit 2015 eine große Last abgenommen habe, gab der österreichische Minister die Botschaft ab, dass sie keine weiteren Einwanderer aufnehmen würden, und sagte, dass Einwanderer auch heute noch mit Integrationsfragen konfrontiert seien.

„Hilfe für die Türkei eingestellt“

Christodoulides erklärte, dass es das EU-Land sei, das im Vergleich zur Bevölkerung die meisten Einwanderer aufnehme, und betonte, dass 80 Prozent dieser Personen entweder aus der Türkei oder Nordzypern stammten. Christodoulides beschuldigte die Türkei, absichtlich Migranten in den Süden Zyperns geschickt zu haben, und sagte: „Es ist eine traurige Politik, dass die Türkei Menschen instrumentalisiert, um politische Vorteile aus der EU zu ziehen.“

Christodoulides erklärte, dass die Türkei den Flüchtlingszustrom nicht gestoppt habe, wie es im 2015 mit der EU unterzeichneten Flüchtlingsabkommen vorgesehen sei, und forderte auch, die finanziellen Verstärkungen für die Türkei zu kürzen. „Als Europäische Union müssen wir reagieren und eine klare Botschaft senden“, sagte Christodoulides.

Die Türkei, die nach offiziellen Angaben mehr als 3,5 Millionen Syrer beherbergt, ist eines der Länder, die die meisten Einwanderer aufnehmen. Die Tatsache, dass die Taliban-Regierung in Afghanistan zu einem neuen Zustrom von Einwanderern geführt hat, gibt sowohl in der EU als auch in der Türkei Anlass zu großer Sorge.

AP/HS,SSB

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